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Digitalisierung der Bauämter: Baden-Württemberg als bundesweites Vorbild

Bauantrag online einreichen statt Papierberge wälzen – was in vielen Regionen noch Zukunftsmusik ist, setzt Baden-Württemberg bereits um. Mit der Einführung des virtuellen Bauamts hat das Bundesland einen wichtigen Schritt in Richtung digitale Verwaltung gemacht und wurde dafür jüngst vom Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) ausgezeichnet. 

Auszeichnung für die innovativste Bauordnung Deutschlands

Beim bundesweiten Wettbewerb „Ausgezeichnet geregelt: Die innovativsten Bauordnungen Deutschlands“ erhielt Baden-Württemberg den Preis in der Kategorie Digitalisierung. Grund ist die Änderung der Landesbauordnung (LBO), die ein einheitliches, verpflichtendes Verfahren zur digitalen Antragstellung eingeführt hat. 

„Wir beschleunigen und erleichtern mit dieser Reform für alle Beteiligten die Verfahren“, erklärte Bauministerin Nicole Razavi bei der Preisverleihung in Berlin. Überreicht wurde die Auszeichnung im Rahmen des Tags der Immobilienwirtschaft – ein bedeutendes Branchenevent, das aktuelle Entwicklungen in der Bau- und Immobilienwelt beleuchtet. 

Hier geht’s zum Originalartikel des ZIA 

Einheitliches digitales Bauantragsverfahren

Die Jury, unter Leitung der ehemaligen Bundesarchitektenkammer-Präsidentin Barbara Ettinger-Brinckmann, lobte insbesondere den „regulatorischen Vorbildcharakter“ der LBO. Die vollständig elektronische Einreichung und Bearbeitung von Bauanträgen sei in dieser Form bislang einmalig in Deutschland. 

Seit Anfang des Jahres besteht für Planer und Bauherren in Baden-Württemberg die Pflicht zur digitalen Antragstellung. Doch noch ist nicht jeder Behördenschreibtisch digital: Nur 167 von 209 Baurechtsämtern nutzen das neue System bereits vollständig. Immerhin wurden laut Ministerium bis Mitte Mai schon über 21.000 digitale Vorgänge verzeichnet – mit Mannheim, dem Landkreis Esslingen und dem Ortenaukreis als Spitzenreiter. 

Warum digitale Bauämter unverzichtbar sind 

Die Digitalisierung der Bauämter ist ein zentraler Hebel, um Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, Bürokratie abzubauen und Bauprojekte effizienter zu realisieren. Papierbasierte Prozesse führen oft zu Verzögerungen, Medienbrüchen und einem hohen Abstimmungsaufwand – besonders bei komplexen Bauvorhaben im städtischen Raum. 

Mit einem digitalen Bauantragssystem entstehen hingegen klare Standards, transparente Abläufe und deutlich schnellere Durchlaufzeiten: ein Vorteil für Architekten, Bauherren, Planungsbüros und nicht zuletzt für die Kommunen selbst. 

Fazit: Baden-Württemberg zeigt, wie es geht

Der Blick nach Baden-Württemberg zeigt, dass digitale Transformation auch im öffentlichen Bausektor möglich ist, wenn der politische Wille, rechtliche Rahmenbedingungen und technische Umsetzung zusammenspielen. Andere Bundesländer dürften diesem Beispiel bald folgen müssen, denn der Druck zur Modernisierung wächst – nicht nur wegen wachsender Komplexität, sondern auch im Sinne besserer Servicequalität für Bürger und Unternehmen. 

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